Berner Mittelalter Zentrum
Universität Bern
Seit dem Frühjahrssemester 2008 lädt das BMZ unter diesem Titel jeweils bedeutende auswärtige Wissenschafter und Wissenschafterinnen ein. Diese Reihe erinnert an
eine renommierte Germanistin, die von 1966 bis 1976 das Ordinariat für Germanische Philologie an der Universität Bern innehatte. Im Gedenken an Maria
Bindschedler (1920-2006) und auf der Basis einer von ihr eingerichteten Stiftung sollen jeweils Grundfragen der Mediävistik behandelt werden, die im engeren oder weiteren
Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Œuvre der Forscherin stehen.
Prof. Dr. Dr. Jean-Marie Martin ist emeritierter Direktor (directeur de recherche) an der interdisziplinären Forschungseinrichtung Orient et Méditerrannée des Centre National de Recherche Scientifique in Paris und der École française de Rome. Im Rahmen seines Forschungsschwerpunkts zur Geschichte Süditaliens im Mittelalter hat er zahlreiche Publikationen u.a. zur byzantinischen und normannischen Herrschaft, zu Apulien, zu Friedrich II. sowie zu sozial- und kulturgeschichtlichen Aspekten vorgelegt. Die neunte Vorlesung findet am 26. April 2012 im Rahmen der Reihe „Das Mittelmeer – Mare nostrum?“ statt.
Prof. Dr. Philippe Walter lehrt an der Université Stendhal-Grenoble und leitet dort das Centre de recherche sur l’imaginaire. Zuvor war er an der Université de Paris-Sorbonne (Paris IV) tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die mittellateinische und altfranzösische Artusepik, der er zahlreiche Publikationen, darunter Editionen und Übersetzungen, gewidmet hat, ferner die komparatistische Analyse von Mythen im eurasischen Raum, welche er unter interkulturellen, symbol- und imaginationsgeschichtlichen Aspekten untersucht. Die achte Vorlesung findet am 10. November 2011 im Rahmen der Reihe „Traum und Vision in Mittelalter“ statt.
Prof. em. Dr. Gerd Althoff war bis zu seiner Emeritierung Lehrstuhlinhaber für Mittelalterliche Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; zuvor lehrte er auch in Paris, Bonn, Berkeley, Gießen und Freiburg i. Br. In seiner richtungsweisenden Forschungstätigkeit konzentriert sich Gerd Althoff auf die Funktionsweisen mittelalterlicher Staatlichkeit, Gruppenbindungen, Formen und Rahmenbedingungen öffentlicher Kommunikation sowie Konfliktführung und -beilegung im Mittelalter. Am 17. März 2011 findet die siebte Vorlesung im Rahmen der thematisch zum Forschungsschwerpunkt Gerd Althoffs passenden der Reihe „Streit in Mittelalter“ statt.
Prof. em. Dr. Hubert Herkommer lehrte an den Universitäten Göttingen, Kassel, Basel, Freiburg i. Ue. und Bern, wo er bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Deutsche Literaturwissenschaft der Abteilung Älteren Deutschen Sprache und Literatur innehatte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Dichtung der Stauferzeit und des Spätmittelalters sowie vor allem auf dem Gebiet der geistlichen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literatur, insbesondere der Historiographie, der theologisch-liturgischen Traditionen, der Weltbild- und Bedeutungslehre sowie der Erbauungslehre und ›Ars moriendi‹. Hubert Herkommer, der dem Berner Mittelalter-Zentrum als einer seiner Gründer in besonderer Weise verbunden ist, sagte seinen Vortrag für die sechste Maria Bindschedler-Gastvorlesung am 16. Dezember 2010 zu.
Für die fünfte Vorlesung am 27. Mai 2010 konnte Prof. em. Dr. Dr. h.c. Volker Mertens gewonnen werden. Seine breit gefächerten Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der höfischen und spätmittelalterlichen Epik und Lyrik sowie der geistlichen Literatur, vor allem der Predigt. Daneben gilt sein besonderes Interesse der Mittelalterrezeption in der neueren Literatur und Kunst. Volker Mertens lehrte unter anderem an der Universitäten Würzburg, Olomouc, Peking, Amiens, Bloomington und London und hatte bis zu seiner Emeretierung den Lehrstuhl für Deutsche und Niederländische Philologie an der FU Berlin inne.
Anlässlich der vierten Vorlesung vom 26. November 2009 war der Germanist Prof. em. Dr. Christoph Huber eingeladen, der von 1995 bis zum vergangenen Sommersemester an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen lehrte. Zuvor war er an der LMU München und an der Universität Bamberg tätig. Christoph Hubers breit gefächerte Forschungen liegen im Bereich des höfischen Romans, der Spruchdichtung, des Minnesangs und der didaktischen Literatur. Sein besonderes Interesse gilt der mittelalterlichen Sprachtheorie, den literarischen und bildungsgeschichtlichen Bezügen zwischen Latein und Volkssprache sowie Gottfrieds von Straßburg ›Tristan‹.
Zur dritten Vorlesung am 26. März 2009 war Prof. Dr. Monica Juneja (Universität Heidelberg) eingeladen. Die Forschungsschwerpunkte der Inhaberin des Lehrstuhls für Global Art History am Karl Jaspers Centre for Advanced Transcultural Studies (Exzellenzcluster Asia and Europe in a Global Context) liegen sowohl in der asiatischen als auch in der europäischen Kunstgeschichte. Sie unterrichtete unter anderem an Universitäten in Dehli, Bielefeld, Wien und Atlanta.
Die zweite Vorlesung am 4. Dezember 2008 hat Prof. Dr. Jeffrey Hamburger (Kuno Francke Professor of German Art & Culture, Harvard University) gehalten. In Forschung und Lehre konzentriert sich Jeffrey Hamburger auf die Kunst des Hoch- und Spätmittelalters, insbesondere im Bereich von Handschriften- studien, vormodernem Bildverständnis und mystischem Schrifttum. Seit seiner Dissertation über die Rothschild Canticles (Yale 1987) ist er an der Kultur der Frauenklöster interessiert, was sich auch in der von ihm organisierten Ausstellung "Kloster und Schleier" (Essen/Bonn 2005) zeigte. Seine aktuellen Forschungen befassen sich unter anderem mit der Narrativik von Bildern in spätmittelalterlichen Gebetbüchern und mit Digitalisierungskonzepten zu Handschriftenbeständen. Jeffrey Hamburger lehrte vor seiner Tätigkeit in Harvard am Oberlin College, Ohio, und an der Universität Toronto.
Für die erste Vorlesung am 28. Februar 2008 konnten wir Prof. em. Dr. Kurt Flasch (Universität Bochum) gewinnen. Als Philosophiehistoriker ist Kurt Flasch ein Spezialist der spätantiken und mittelalterlichen Geisteswelt. Zu den Autoren, mit deren Werk er sich eingehend befasste, gehören Augustinus von Hippo, Meister Eckhart und Nikolaus von Kues. Daneben ist er als Verfasser einer Reihe von Einführungen in die Philosophie des Mittelalters bekannt, in denen er sich stets auch den historischen Kontexten stellte. Wichtige Editionsprojekte gelten den Werken von mittelalterlichen Intellektuellen wie Dietrich von Freiberg und Berthold von Moosburg.
Bibliographie Maria Bindschedler
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